Was die Yoga Sutras dazu sagen, frei übersetzt von Joram Schirmaier:

 

·         2 – 48    Tato Dvandvanabhighatah:

o   Hiernach (Meisterung der Pranayama) lenken einen die Sinne nicht mehr von dem eigentlichen Ziel ab.

 

·         2 – 49    Tasmin Sati Svasa Prasvasayor Gati Vicchedah Pranayamah

o   Pranayama ist das gleichmäßige Ein- und Ausatmen in der Kombination mit dem Anhalten der Luft. Dies ist erst zu üben, wenn die Kunst der Asanas gemeistert ist.

 

·         2 – 50    Bahyabhyantara Stambha Vrttir Desakala Samkhyabhih Paridrsto Dirghasuksmah

o   Pranayama besteht aus 3 Atemprozessen, dem Einatmen, dem Atemanhalten und dem Ausatmen. Der Rhythmus dieser Atemprozesse ist abhängig von Ort, Zeit und der Anzahl der Wiederholungen. Der Atem wird langsamer und gleichbleibender werden.

 

·         2 – 51    Bahyabhyantara Visayaksepi Caturthah

o   Es gibt eine vierte Art des Pranayama, diese findet statt wenn man sich dabei auf ein inneres oder äußeres Objekt konzentriert.

 

·         2 – 52    Tatah Ksiyate Prakasavaranam

o   Als Resultat dessen (der vierten Art des Pranayama), wird der Schleier gehoben, der das innere Licht verdeckt.

 

·         2 – 53    Dhanarasu Ca Yogyata Manasah

o   Anschließend ist der Geist stark genug um sich konzentrieren zu können.

 

Bevor die folgenden Übungen praktiziert werden, sollte mit einem Arzt oder Yogaexperten gesprochen werden, um zu sehen, ob sich der Körper hierfür in entsprechendem Zustand befindet.

Es ist wichtig, sofort aufzuhören, sobald sich etwas negativ anfühlt.

Die Übungen über einen größeren Zeitraum zu praktizieren ist wichtiger als sie nur kurz, aber dafür mit langem Atem, zu üben.

 

Vokabular

 

Pooraka               -              Einatmen

Rechaka              -              Ausatmen

Kumbakh             -              Luftanhalten

Ida                     -              Linker Nasenflügel (Kälte, Mond, Gedanken,Weiblichkeit, Schönheit)

Pingala                -              Rechter Nasenflügel (Wärme, Sonne, Körper, Männlichkeit, Aktivität)

Sushumna           -              Rückenmark

Prana                  -              Lebensenergie (z.B.: in der Luft)

Nadi                    -              Energiekanal

 

 

 

Asana - Position:

 

Es ist wichtig, sich während dem Üben von Pranayama nicht zu bewegen. Der Rücken sollte aufrecht sein. Pranayama sollte nur so lange geübt werden, wie keine Unannehmlichkeiten beim Sitzen auftreten.

 

Tri Bandhas – Drei Energieschlösser

 

·         Jalandhar Bandha – Das Halsschloss

o   Die Hals- und Nackenmuskulatur wird angespannt und das Kinn eingezogen, sodass keine Luft mehr durch den Hals entweichen kann.

 

·         Uddijana Bandha – Das Bauchschloss

o   Die Bauchdecke wird nach hinten und oben gezogen.

 

·         Moola Bandha – Das Beckenschloss

o   Die Beckenmuskulatur, genauer Mooladhar Chakra, wird angespannt und nach oben gezogen.

 

Die tri Bandhas werden bei jeder Pranayama zum Anhalten der Luft genutzt, erst wird Jalandhar dann Uddijana und schließlich Moola Bandha angewendet. Vor dem Ausatmen die Energieschlösser in umgekehrter Reihenfolge öffnen.

 

Bei den folgenden Übungen ist es wichtig, so gleichmäßig wie möglich zu Atmen.

 

Kapalbhati

  •  Ausgeatmet wird durch das Anspannen der Bauchmuskulatur
  • ·         Durch das Lockerlassen eben dieser Muskeln wird Luft in die Lungen gelassen
  • ·        Am Ende einer Runde (zu Anfang nach ca. 60 sec) wird tief eingeatmet und dann die Luft, solange wie bequem, angehalten und anschließend so gleichmäßig wie möglich ausgeatmet

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Dass einem nach den ersten paar Atemzügen nicht die Luft ausgeht
  • ·         Ein Atemzug sollte so nicht länger als 2 Sekunden dauern
  • ·         2 Atemzüge pro Sekunde ist anzustreben
  • ·         Nur der Bauch bewegt sich, der Rest des Körpers ist entspannt und ruhig
  • ·         Die Atmung rhythmisch werden zu lassen
  • ·         Es wird nur durch die Nase geatmet

 

Wirkung:

  • ·         Stärkung der Atem- / Rumpfmuskulatur
  • ·         Erhöht das Konzentrationsvermögen
  • ·         Lässt den Atem anschließend ruhiger fließen

 

Nadi-Shodhan Pranayam

  • ·         Rechte Hand ist in Prana Mudra
  • ·         Pooraka durch Ida, Kumbakh, Rechaka durch Pingala, Pooraka durch Pingala, Kumbakh, Rechaka durch Ida
  • ·         Ein fester Rhythmus ist wichtig, dieser sollte ein Vielfaches von 1-2-2 sein

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Dass der Atem gleichmäßig fließt
  • ·         Die Konzentration liegt bei Adnya Chakra, wodurch der Atem fließt

 

Wirkung:

  • ·         Balanciert Prana in der linken und rechten Körperhälfte
  • ·         Beruhigt die Gedanken
  • ·         Vergrößert das Atemvolumen und fördert den Stoffwechsel
  • ·         Macht munter bei Müdigkeit und sorgt für Ruhe bei Stress

 

Ujjayi Pranayam

  • ·         Es wird durch den angespannten Hals geatmet bei Pooraka wie auch Rechaka
  • ·         Kumbakh normal anwenden
  • ·         Es ist ein Ton zu hören, so ähnlich wie ein Fauchen, Zischen oder Schnarchen

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Der Ton sollte so gleichmäßig wie möglich sein
  • ·         Rechaka ungefähr doppelt so lange wie Pooraka halten

 

Wirkung:

  • ·         Steigert die Ausdauer
  • ·         Beruhigt die Nerven und belebt den ganzen Organismus

 

 

Seetkari Pranayam

 

  • ·         Pooraka durch den Mund
  • ·         Die Zähne liegen aufeinander und die Lippen sind nach außen gezogen
  • ·         Rechaka: gleichmäßig durch die Nase Ausatmen

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Bei Pooraka gibt es ein ‚sss‘ Geräusch
  • ·         Pooraka ist ungefähr doppelt so lange wie Rechaka
  • ·         Kumbakh normal anwenden

 

Wirkung:

  • ·         Durch Pooraka durch den Mund verdunstet ein bisschen Spucke und es entsteht ein kühlendes Gefühl
  • ·         Der Körper wird stabil und sicher
  • ·         Das Hunger- und Durstgefühl wird verringert

 

 

Shitkali Pranayam

 

  • ·         Pooraka durch den Mund, durch Kaki Mudra, d.h.: die Zunge ist gerollt

Alles Weitere ist gleich wie bei Seetkari Pranayam

 

 

Bhasrika Pranayam

 

  • ·         Zuerst ca. 30 Sekunden schnell aufeinander folgende Pooraka und Rechaka durch Ida und Pingala zugleich (Hyperventilation)
  • ·         Rechte Hand in Prana Mudra
  • ·         Anschließend Pooraka durch Ida gefolgt von Kumbakh und Rechaka durch Pingala

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Wenn ein Schwindelgefühl aufkommt, Augen schließen und Luft anhalten
  • ·         Die erste Hälfte ist nicht Kapalbhati sondern schnelles Atmen, eine Mischung aus Ujjayi und Kaphalbhati

 

Wirkung:

  • ·         Der ganze Körper wird wärmer
  • ·         Verbessert die Verdauung
  • ·         Lockert mentale Verspannungen auf

 

 

Bhramari Pranayam

  • ·         Bei Pooraka ein hohes Summen mit dem Kehlkopf machen
  • ·         Kumbakh mit Shavangath Mudra, die Daumen sind in den Ohren, Zeigefinger auf den Augenlidern, Mittelfinger schließend die Nase, Ring- und kleine Finger schließen die Lippen
  • ·         Rechaka mit dem Ton eines Bienenschwarms, die Daumen bleiben in den Ohren

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Der Ton sollte jeweils gleichbleibend sein
  • ·         Die Fingernägel davor schneiden
  • ·         Pooraka bis die Lungen voll sind, Rechaka so lange wie möglich

 

Wirkung:

  • ·         Der Ton bei Rechaka beruhigt die Psyche und die leichten Vibrationen entspannen den gesamten Körper
  • ·         Bhramari hat eine wärmende Wirkung
  • ·         Freude strömt durch das ganze Sein

 

 

Moorcha Pranayam

  • ·         Pooraka durch Ida und Pingala
  • ·         Kumbakh so lange halten wie möglich
  • ·         Rechaka gleichmäßig durch Ida und Pingala

 

Worauf zu achten ist:

  • ·         Mit wenigen Runden anfangen
  • ·         Die tri Bandhas müssen alle fest sitzen

 

Wirkung

  • ·         Bessere Verbindung zum Unterbewusstsein
  • ·         Senkt den Blutdruck